Drucksachen mit X-Film versehen
Posted on Dezember 15, 2007
Filed Under Densenfactum, Design |
Bei seitlicher Beleuchtung stark zu erkennen: Lufteinschlüsse zwischen X-Film und Druck
Hab hier so Drucke auf HP-Everyday-Fotopapier die einigen grapschenden, fettigen und leicht sauren (im pH-Sinne) Fingern und auch dem Verrutschen auf einem staubigen Marmorboden im Foyer standhalten sollen. Dazu überziehe ich die Ausdrucke mit mattem X-Film, den ich als Meterware im Format geholt habe. Matt, damit er haptisch zur Rückseite unserer Arbeit passt, die aus mattschwarzer Sandwichpappe besteht.
Leider fand ich keine Tutorials, die mir eine Anleitung, oder kompetente Kommilitonen die mir Tipps geben könnten. Also legte ich nen Euro drauf und versuchte das ganze einfach von Null. Dabei bin ich zu einem Ergebnis gekommen, das zwar einen Haufen Arbeit macht aber so endgut ausschaut, dass der Aufwand sich lohnt.
Gerne würde ich ein Schritt für Schritt Tutorial erstellen, dafür fehlt mir aber die Zeit, stattdessen beschränke ich mich auf Tipps, die mit Bildern versehen sind. Die Reihefolge meiner Auflistung hat zur Folge, dass man sich erst alles durchlesen sollte bevor man beginnt
1. Kleben: Aufbringen eines X-Film Streifens mit einem Minimum an Lufteinschlüssen
Der Druck wird auf einer Schneidematte oder auf dem Tisch festgeklebt mit Klebestreiefen die sich wieder ablösen lassen, sehr wichtig ist, dass der Untergrund glatt wie sau ist, weil sonst ein übler Frottageeffekt entsteht, der später ausgebügelt werden muss.
Das Festkleben ermöglicht auch, dass man den kompletten X-Film noch einmal abziehen kann um neu anzusetzen.
Ich empfehle die Schneidematte etwas zu drehen, sodass der Rechtshänder den Streicher vonrechts unten nach links oben schiebt
Man braucht einen Streicher aus hartem Plastik (auf dem Bild ist ein Abzieher zum Snowboardwachsen zu sehen)
Der zu streichende X-Film Streifen sollte im besten Fall nicht breiter sein als der Streicher, und etwas breiter als der zu beklebende Ausdruck um etwas seitliche Toleranz zu gewährleisten
Der X-Film Streifen wird unten, ausserhalb des Formats ca. 10mm festgedrückt und ausgerichtet
Der X-Film wird mit der linken Hand ganz locker gehalten und gibt dem Streicher nach
Bei Bastelanleitungen können seltsame Sätze entstehen
Jetzt mit der Kante des Streichers in Two-Step-Manier einen Millimeter nach vorn und zwei zurückfahren bis - zack zack zack - ganz oben.
2. Bügeln: Eliminieren der kleinen, aber immernoch störenden Lufteinschlüsschen
Hierfür benötigt man Bügeleisen und Bügelbrett
Nach empirischer Untersuchung einiger Einstellungen bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bügeleiseneinstellung mittelheiß (••;also Seide - Wolle) sein sollte
Der mit X-Film beklebte Ausdruck wird zwischen zwei Bögen des vom X-Film abgezogenen Schutzpapiers gelegt, wobei die glatten Seiten innen sind. Falls noch nicht genug von diesem Papier vorhanden ist kann man auch Crystal-Seiten (KD-Sprache für Transparentpaier) nehmen, wobei die Recto-Verso-Gechichte denk ich mal wurscht ist.
Vorsicht an dieser Stelle: Erst mal mit einem Testdruck - der aber auf das gleiche Papier gedruckt wird - beginnen
Jetzt einfach zwei, drei Mal drüberstreichen und mit der seitlichen Bügeleisekante verkanten und schieben. Nicht zu punktuell ansetzen, da sich sonst der Ausdruck verbiegen kann
Obere Folie abnehmen und die grösseren Bläschen - falls vorhanden - festtupfen mit dem Finger, da der Streichen sichtbare Spuren im Material hinterlassen würdeIch weis ehrlichgesagt nicht, was da genau passiert (vielleicht wird der X-Film so weich, dass sich die Bläschen rausschieben lassen, vielleicht verbindet er sich mit dem Ausdruck…), aber man kommt zu einem perfekten Ergebnis. Ein perfektes Ergebnis zeichnet sich dadurch aus, dass man nicht merkt, dass es überhaupt beklebt ist.
Dies war der Anfang eines Densenday Bastelkurses namens Densenfactum. Wenn jemand noch Erfahrungen hinzufügen möchte, wäre es cool wenn er die Kommentarfunktion dazu benutzt!
Vielleicht geht es schon nächste Woche mit ein paar Tipps zum Lasern, also gravieren oder schneiden von Papier, Pappe oder Plexi weiter, das man als KDler in Darmstadt nur heimlich betreiben kann…
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